
II. Literaturübersicht
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Die Schnittorientierung der MRT-Bilder ist -im Gegensatz beispielsweise zur
Computertomographie- variabel und erlaubt somit eine multiplanare Darstellung der
Untersuchungsregion. Die Signaldifferenzen aus den einzelnen Geweben
(Bildkontrast) ergeben sich aus deren Protonendichte, aus der Kopplung der
relevanten Protonen an ihre jeweilige chemische Umgebung (Spin-Gitter-
Relaxationszeit T1) sowie aus der gegenseitigen Beeinflussung der Protonen (Spin-
Spin-Relaxationszeit T2). Die T1-Relaxation beschreibt, wie schnell die Protonen
wieder vom antiparallelen in den parallelen Zustand zurückklappen und sich das
magnetische Moment des untersuchten Gewebes wieder längs des äußeren
Magnetfeldes anordnet. Die T2-Relaxation drückt aus, wie schnell die
Synchronisation der Präzession verloren geht und sich die Quermagnetisierung
wieder abbaut.
Durch den nicht-invasiven Charakter der MRT sind wiederholte Untersuchungen am
gleichen Versuchstier möglich, was die Darstellung dynamisch ablaufender Vorgänge
erleichtert. Während mit konventionellen Untersuchungsverfahren, die das Töten der
Versuchstiere voraussetzen (z.B. Histopathologie) nur Einzelmessungen
durchgeführt werden können, erlaubt die MRT die wiederholte Untersuchung am
gleichen Tier, was auch die Anzahl der benötigten Versuchstiere reduziert.
9,14
Die Kernspintomographie wird seit den späten 70er Jahren in der Forschung und seit
den frühen 80er Jahren in der Klinik angewendet. Für die Untersuchung des
zentralen Nervensystems ist dieses Verfahren wegen seines nicht-invasiven
Charakters (Verzicht auf ionisierende Strahlen) und seiner guten Orts- und Kontrast-
Auflösung besonders geeignet.
Die Abfolge der einzelnen HF- und Gradientenschaltungen wird dabei allgemein als
Sequenz bezeichnet. Die am häufigsten klinisch verwendeten MR-Techniken sind:
T1- und T2-gewichtete Spinecho- und Gradientenecho-Sequenzen, perfusions- und
diffusionsgewichtete Bildgebung, die MR-Angiographie und die funktionelle
Magnetresonanztomographie (fMRI).
Die T1-gewichtete Spin-Echo-Sequenz gibt die anatomischen Verhältnisse in guter
Auflösung wieder. Diese Sequenz lässt einen frühen Hirninfarkt an drei Merkmalen
erkennen: Zeichen einer lokalen Hirnschwellung infolge des zytotoxischen Ödems,
parenchymale Hypointensität infolge der Verlängerung der T1-Zeit bei einem
zytotoxischen Ödem und vaskuläres Enhancement nach Kontrastmittelgabe durch
Verringerung der Hirnperfusion mit Verlangsamung des arteriellen Flusses bei
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