
II. Literaturübersicht
21
5.1.3. Mikrosphärenmodell
Das Mikrosphärenmodell wurde zum ersten Mal von Kogure et al
83
im Jahre 1974
beschrieben.
Bei dieser Technik wird durch eine Arteriotomie der A. carotis externa ein Katheter
retrograd in die A. carotis interna eingeführt, wobei die A. pterygopalatina zuvor ligiert
wird. Den Tieren werden über den so eingebrachten Katheter, je nach Variante des
Modells, 500-2000 Mikrosphären mit einem Durchmesser von 35 bis 50µm in die A.
carotis interna eingespült. Dieser Mikrosphäreninjektion folgt eine Injektion mit 0,1 ml
Kochsalzlösung.
83,120
Der Vorteil dieses Modells liegt in seiner sehr einfachen Handhabbarkeit und seiner
hohen Erfolgsrate.
160
Diese Technik basiert auf einer embolischen Verlegung der
Mikrozirkulation. Damit unterscheidet es sich erheblich von der Pathophysiologie des
menschlichen Schlaganfalls, der in der Regel auf der Verlegung einzelner großer
Hirnarterien beruht.
73,160
5.1.4. Thromboembolie-Modell
Die Erstbeschreiber des Thromboembolie-Modells waren Kudo et al.
Zwischenzeitlich existieren von diesem Modell zahlreiche
Varianten.
26,80,86,123,161,169,170
Dieses Modell simuliert die Situation der Schlaganfallpatienten sehr genau, da zur
Okklusion der Hirnarterie statt artifizieller Materialien autologe Thromben verwendet
werden. Daher erlaubt dieses Modell auch die präklinische Testung thrombolytischer
Substanzen, wie z.B. rt-PA.
26
Die Herstellung und Zusammensetzung der Thromben variiert in der einschlägigen
Literatur stark. Zumeist wird autologes (seltener heterologes) Blut verwendet, das
teils durch Zugabe von Thrombin, teils auf anderem Wege zur Gerinnung gebracht
wird. Zahlreiche Autoren verwenden Vollblut, einige nur Blutbestandteile. Die so
präparierten Thromben werden dann durch eine Arteriotomie der A. carotis
communis oder externa über einen Katheter injiziert.
80,86
Die Domäne dieser Technik liegt in der Testung thrombolytische Substanzen.
Nachteilig wirkt sich die schwer kalkulierbare Spontanlyserate aus, die u.a. zu einer
erhöhten Standardabweichung der Infarktgrößen führt. Ferner kann dieses Modell
- ebenso wie die Fadenokklusionstechnik- zu Verschlüssen der A. hypothalamica mit
einer resultierenden pathologischen Hyperthermie führen.
73,100,164
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