
II. Literaturübersicht
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5. Techniken zur Induktion fokaler zerebraler Ischämien an der
Ratte
Zur Induktion fokaler zerebraler Ischämien an der Ratte werden zahlreiche
unterschiedliche Operationstechniken verwendet. Grundsätzlich lassen sich
endovaskuläre und nicht-endovaskuläre Verfahren unterscheiden.
5.1. Endovaskuläre Modelle
5.1.1. Das Fadenmodell
Das Fadenmodell wurde erstmals 1986 von Koizumi et al
85
beschrieben. Es ist das
meistverwendete Modell zur Untersuchung der Pathophysiologie fokaler zerebraler
Ischämien und zur Evaluation neuer Therapieverfahren und kann sowohl zur
Induktion von permanenten als auch von transienten Gefäßverschlüssen (Ischämie-
Reperfusion) eingesetzt werden. Dieses Modell wurde von zahlreichen
Arbeitsgruppen modifiziert.
12,87,98,103,115,121,159
Bei diesem Verfahren wird durch eine Arteriotomie der A. carotis communis ein
Nylonfilament anterograd bis zum A/jointfilesconvert/471483/bgang der A. cerebri media eingeführt, was zu
gut reproduzierbaren Infarkten im Versorgungsgebiet dieses Gefäßes führt.
85,153
Das Modell ist leicht anwendbar, verhältnismäßig wenig invasiv und gut
reproduzierbar.
Eine wesentliche Nebenwirkung dieser Technik beruht auf der Verlegung der A.
hypothalamica, die aus der distalen A. carotis interna entspringt. Die resultierende
Infarzierung des Hypothalamus führt innerhalb weniger Minuten zu einer
schwerwiegenden Störung der Temperaturregulation, die mit einem Anstieg der
Körpertemperatur bis über 40°C verbunden ist. Diese pathologische Hyperthermie,
die bei Menschen nicht zu beobachten ist, führt zu einer Aggravation der
ischämischen Läsionen und kann nachweislich die Wirksamkeit neuroprotektiver
Substanzen beeinträchtigen.
94,106,171
Diese Nebenwirkung kann ausbleiben, wenn
das Fadenokklusionsmodell zur Induktion transienter Ischämien eingesetzt wird.
Dabei wird der Faden zu einem definierten Zeitpunkt zurückgezogen und so eine
Reperfusion ermöglicht. Liegt dieser Zeitpunkt unter 90 Minuten kommt es zu einer
vollständigen Erholung des Hypothalamus. Eine Hyperthermie tritt nicht auf.
Weitere Komplikationen, die bei der Verwendung dieses Modells vorkommen
können, liegen in dem unvollständigen Verschluss der A. cerebri media (durch eine
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