
II. Literaturübersicht
17
Abb.6: Schematische Zeichnung des NMDA-Rezeptors mit seinen Bindungsstellen
Eine Reihe von bereits im klinischen Einsatz befindlichen Medikamenten wirken über
Bindungen an den NMDA-Rezeptor-Komplex, wie z.B. Ketamin (ein Kurznarkotikum),
Amantadin (Parkinsonmedikament, Virustatikum) und Memantin (Antidementivum).
152
Pharmakologisch kann der NMDA-Rezeptor durch kompetitive und nicht-kompetitive
Antagonisten beeinflusst werden. Die kompetitiven Antagonisten konkurrieren direkt
mit dem Glutamat. Sie haben eine hohe Spezifität und Wirksamkeit, können die Blut-
Hirn-Schranke allerdings in der Regel nur schlecht passieren. Die nicht-kompetitiven
Antagonisten blockieren den Ionenkanal des NMDA-Rezeptors und verhindern so
den Ca
2+
-Einstrom. Diese Antagonisten können die Blut-Hirn-Schranke in der Regel
leicht passieren. Zu den nicht-kompetitiven NMDA-Antagonisten zählen
beispielsweise Dizocilpin (MK-801), Selfotel (CGS19755), Cerestat (Aptiganel) und
Dextrometorphan (Romilar). Der klinische Einsatz dieser Substanzen ist jedoch
teilweise durch schwerwiegende Nebenwirkungen limitiert. So können sie bereits in
niedrigen Dosen zu dysphorischen Zuständen führen und die Wahrnehmung und
Vigilanz herabsetzen. Auch blutdrucksenkende Nebenwirkungen wurden
beschrieben. In höheren Dosierungen können schwerwiegende psychiatrische
Nebenwirkungen mit Halluzinationen und Erregungszustände auftreten.
49
Als ein besser verträglicher und klinisch einsetzbarer NMDA-Antagonist ist z.B.
Memantin zu nennen. Es blockiert als nicht-kompetitiver NMDA-Antagonist den
Rezeptor-Kanal, hat aber im Gegensatz zu den zuvor genannten NMDA-
Zellmembran Zellmembran
Cytoplasma
Extrazellulä
Extrazellulä
Polyamine
Mg
2+
Glutamat Gl
cin
Zn
2+
?
Memantin
Dizocilpin
Ketamin
Mg
2+
Commenti su questo manuale